Einführung

dimension1 verweist auf den Punkt – als geometrisches Element und als Denkfigur.

Philosophische Wurzeln des Punktes

Der Punkt ist in der Philosophie kein bloßes geometrisches Element, sondern ein wiederkehrendes Sinnbild für den Ursprung, die Unteilbarkeit und das reine Gewahrsein.

  • Euklid (Elemente, Buch I, Definition 1): „Ein Punkt ist, was keine Teile hat.“ (Original: Σημεῖόν ἐστιν, οὗ μέρος οὐθέν.)
  • Damit ist der Punkt als das schlechthin Unteilbare und Ausdehnungslose gesetzt – der Anfang aller Größen, der selbst keine Größe besitzt.
  • Antike weiterführend: Die Pythagoreer und Platon greifen diesen Gedanken auf. Der Punkt wird zum Bild des Einfachen und Ungeteilten.
  • Neuplatonismus und Mystik: Bei Plotin und in der christlichen Mystik (Meister Eckhart, Nikolaus von Kues) erscheint der Punkt als Bild der göttlichen Einfachheit und der ungeteilten Gegenwart – das „Eine“, das alles enthält, ohne selbst ausgedehnt zu sein.
  • Neuzeit: Descartes und Leibniz nehmen den Punkt als denkenden, unausgedehnten Kern des Subjekts auf (res cogitans, Monade). Der Punkt wird zum Ort des reinen Bewusstseins.
  • Moderne und Gegenwart: In der Phänomenologie und in manchen spirituellen Traditionen taucht der Punkt wieder auf als das punktförmige Gewahrsein – der stille, nicht-räumliche Ort, von dem aus Wahrnehmung und Denken entspringen.

In diesem Sinne steht der Punkt bei dimension1.de für den Ausgangspunkt der Betrachtung:
das ungeteilte, singuläre Gewahrsein, von dem aus Fragen nach Freiheit, Bewusstsein und Wirklichkeit entfaltet werden.